Kurze Geschichte des Hauses

Die Anfänge

Am 11. Januar 1960 nahm Bischof Simon Konrad Landersdorfer die feierliche Einweihung des „Diözesan-Exerzitienhaus Mariahilf ob Passau“ mit der Segnung des Hauses und der Heilig-Geist-Kapelle und die Konsekration des Altares vor und feierte bei diesem Anlass die Pontifikalmesse „zum Volk gewendet“.

Die Heilig-Geist-Kapelle war vom Regensburger Architekten Hans Beckers, die Glaswand von Notburga Beckers, Vortragekreuz und Tabernakel vom Künstler Roland Friedrichsen aus München und das Wandfresko in der Kapelle (der Auferstandene) wie jenes an der Außenwand des Speisesaals (die Diözesanpatrone) von Karl Mauder gestaltet worden. Leider wurden diese Fresken bei der Generalsanierung unwiederbringlich zerstört. Geistlicher Initiatior des Hauses war der damalige Domdekan Dr. Baumgärtler.

Die finanzielle Basis bildete der Verkauf des Hotels „Passauer Wolf“ in der Bahnhofstraße (heutige Engel-Apotheke), mit dessen Erlös die Brauerei Hacklberg ein Darlehen an die Diözese zurückzahlte. Die ursprünglichen Pläne, das Haus auf Stiftungsgrund in unmittelbarer Nachbarschaft zur Wallfahrtskirche Mariahilf als Flachdachbau zu errichten, wurden von den Behörden abgelehnt. Schließlich erwarb die Diözese an der Schärdinger Straße ein Grundstück, das für den Bau des Hauses geeignet schien. Bereits am 4. Juni 1959 konnte in einer schlichten Feier das Richtfest begangen werden, am 11. Januar 1960 erteilte Bischof Simon Konrad Landersdorfer in Anwesenheit von Domdekan Dr. Baumgärtler, Subregens Dr. Josef Hacker, vier Benediktinerinnen aus Neustift, sechs Hausmädchen, dem Hausmeister und den Ehrengästen die kirchliche Weihe.

Aufgabenfelder

Von Anfang an bildeten Exerzitienkurse den Schwerpunkt des Hauses; dazu gesellte sich in der Person des Konzilvaters Bischof Simon Konrad und des ersten Direktors, Dr. Josef Hacker, das Bemühen um die liturgische Bildung des Diözesanklerus sowie um Kunst und Kultur. Bereits in den Gründungsjahren vereinte das Exerzitienhaus jene vier Aufgabenfelder, die es auch derzeit wahrnimmt: Exerzitien/Spiritualität, liturgische Bildung, Kunst und Kultur sowie die Ausrichtung von Tagungen.

Durch den plötzlichen Unfalltod des erst 48jährigen Direktors Dr. Hacker am 8. Januar 1962 wurde eine große Lücke gerissen, die mit dem neuen Direktor P. Dr. Gislar Aulinger OSB aus Schweiklberg geschlossen wurde. Ihm folgte 1991 Domvikar Hans Willeitner nach. Seit Herbst 2002 leitet Domvikar Dr. Bernhard Kirchgessner das Exerzitienhaus.

Sanierung 1994-1998

Nach der Generalsanierung von 1994-98 unter Direktor Hans Willeitner und Diözesanbaumeister Josef Lechner und der Wiedereröffnung durch Bischof Franz Xaver Eder verfügt das in „Spectrum Kirche“ umbenannte Exerzitienhaus über 67 Zimmer für 88 Personen. Die beim Umbau neugestaltete Heilig-Geist-Kapelle fasst ca. 120 Personen. Ein zweistöckiger Meditationsturm mit Meditations-, resp. Vortragsraum und die „Sinai-Kapelle“ wurden neu errichtet. Sie zeichnen sich durch die künstlerische Gestaltung der Glasfenster durch Prof. Johannes Schreiter aus. Besonders beeindruckt der Fensterzyklus „Mose und der brennende Dornbusch“, der zu den besten der kleinteiligen Werke Schreiters zählt. Darüber hinaus bietet das Exerzitienhaus seinen Gästen fünf Tagungs- und Seminarräume mit moderner Tagungstechnik, acht Gruppenräume, vier Speiseräume, eine Caféteria und eine Weinstube an. Besonders beliebt ist bei den Besuchern der 7000 qm große Park und der Innenhof mit Teich und Seebühne.

Seit 2002

Mit der Neubestellung der Hausleitung im Herbst 2002 hat Bischof Wilhelm Schraml die liturgische Bildung deutlich aufgewertet und durch die Gründung des Diözesanen Zentrums für Liturgische Bildung DZLB im Jahr 2006 institutionalisiert wie ausgeweitet. Die von Bischof Wilhelm 2002 gegründete KünstlerSeelsorge müht sich um den Dialog zwischen zeitgenössischer Kunst und Kirche.